Russen mögen Künstler aus eigenem Land. Deswegen haben Fälscher im großen Stil westeuropäischen Gemälde russifiziert überteuert verkauft.
Die russische Kulturaufsichtsbehörde Roschrankultura hat einen Katalog herausgebracht, der hundertfünfzig Gemälde verzeichnet, die auf westeuropäischen Auktionen eingekauft, durch Retuschen und falsche Signaturen "russifiziert" und in Russland um ein vielfaches teurer an den Mann gebracht wurden. Das erste Band enthält vor allem realistische Dorfszenen, Landschaften aus der 2. Hälfte des 19. Jahrhunderts, die die Favoriten neureicher Kunstilebhaber sind.
Seit den 90er Jahren entstand eine eigene Fachrichtuzng, die westeuropäische Zeitgenossen in russische Realisten umwidmet.
Quelle: FAZ, 8.11.2007, S. 44.
Hier einige Beispiele:

Edvard Petersen, "Blühender Flieder". Für die Russen war der Flieder gut genug. Die Dame verschwand. Bild soll nun von Iosif Kratschkowskij sein.


Karl Le Feubure: "Bauernhaus". Das große Haus rechts verschwindet, dafür kommen ein Boot, Bauernkinder und Kühe dazu, um ein russisches Dorf zu simulieren. Stammen soll das Bild nun von Lew Kamenew.



